Bildberichte des Vereins 2018

Wir auf der Düsseldorfer Ehrenamtsmesse 2018
6. Oktober 2018

Das Referat für Bürgerschaftliches Engagement der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte am Samstag, den 6. Okt. 2018 von 11 bis 18 Uhr zur 2. Düsseldorfer Ehrenamtsmesse auf den Corneliusplatz geladen und Vereinen, Verbänden und Organisationen aufgerufen, erneut das Spektrum ehrenamtlicher Arbeit in der Landeshauptstadt der Öffentlichkeit zu zeigen. Für alle, die noch auf der Suche sind, sollte es auf dieser Ehrenamtsmesse Einblicke in die  ehrenamtlichen Arbeit geben, Lust auf  bürgerschaftliches Engagement machen und aufzeigen, dass der Einsatz für die Gemeinschaft auch für die Engagierten selbst eine Bereicherung darstellt.  Gekommen und aufgrund des begrenzten Raumes, waren nur wenige der Vereine, die man so kennt. Dank des Einsatzes unserer Geschäftsführerin Bixi Halcour, gelang es, daß der Verin "Der Golzheimer Friedhos soll leben e.V." doch noch an einem kleinen Tischchen der Stadt Platz fand, seine 2 Stelltafeln und die Beach flag des Vereins aufzustellen und für die gesamten 7 Stunden in verschiedenen Schichten die Besetzung zu garantieren.

Durch Interview mit der Rheinischen Post über die Arbeit unseres Vereins, persönliche Gespräche mit den interessierten Besuchern sowie umfangreiche Informationen und Verteilung unseres Flyers 2018 und einiger Broschüren über den GF an dem Ständen, hatten Interessierte die Möglichkeit sich umfassend über die Einsatzmöglichkeiten des freiwilligen Engagements in unserem Verein zu informieren.

Über 60 Aussteller repräsentieren die gesamte Bandbreite des bürgerschaftlichen Engagements von der Seniorenbetreuung über den Sport bis zum Umwelt- und Naturschutz. Und wir ließen es uns zum Jahresende nicht nehmen dabei zu sein und hoffen auf neue Mitstreiter*innen und vor allem junge Leute, die wir für unsere Arbeit gewinnen wollen. Wir waren sehr zufrieden über diese letzte Aktion vor Allerseelen und unserer Jahreshauptversammlung im Dezember und haben uns selber nochmal beweisen können, mit Disziplin und Organisationstalent solche kurzfristigen Aktionen noch bewältigt zu bekommen.

 

Der Corneliusplatz um 10:30Uhr...

Der Corneliusplatz um 10:30Uhr...

Unser Aufbau beginnt...

Der Aufbau unseres Infostandes beginnt...

Adolf Nitsch bei Zusammenlegen der Informationen..

Adolf Nitsch bei Zusammenlegen der Informationen..

Angelika Liedhegener übernimmt die Schicht ab 12:30 Uhr..

Angelika Liedhegener übernimmt die 2. Schicht ab 12:30 Uhr..

Auch der Verein TABU SUIZID mit Frau Reichmann-Schmidt ist dabei..

Auch der Verein TABU SUIZID mit Frau Reichmann-Schmidt ist dabei..

Wilhelm und Inge Zacher übernehmen ab 14 Uhr...

Wilhelm und Dr. Inge Zacher übernehmen ab 14 Uhr...

Dr. Rudolf Liesenfeld komplettiert den Tag bis 18 Uhr..

Dr. Rudolf Liesenfeld komplettiert den Tag bis 18 Uhr..

Und wie zu Beginn, so zum Schluß Dr. Dieter Sawalies mit dem Abbau..

Und wie zu Beginn, so zum Schluß Dr. Dieter Sawalies mit dem Abbau..

Rundgang an einem herrlichen Herbsttag: Gräber von Frauen auf dem Golzheimer Friedhof
30. September 2018

Bei strahlendem Sonnenschein galt die letzte Führung in diesem Jahr der „Erinnerung“  an das Leben der Frauen im 19. Jahrhundert. Unsere Geschäftsführerin Frau Halcour führte die Gruppe über den südlichen Teil des Friedhofes.

Heute sind wir stolz auf die Freiheiten, die wir uns erkämpft und erarbeitet haben. Wir müssen niemanden mehr fragen und bitten, ob wir arbeiten gehen, studieren oder heiraten  dürfen…. Das sah im 19. Jahrhundert noch ganz anders aus:

Die häusliche Tugend  war das, was Männer an ihren Frauen schätzten. Vor allem neben  ihrer Anständigkeit und Vorzeigbarkeit nach „außen“, was traditionell den Wert einer jungen Frau zur Verheiratung kennzeichnete. Die „Herren der Schöpfung“ ersehnten einerseits eine mariengleiche ideale Mutter, andererseits eine Hausfrau, die ihren Teil der Familienarbeit innerhalb des Hauses erfüllte und ansonsten dem Hausvater und Haushaltsvorstand in allen Belangen unterstand. Das zeigte sich rechtlich wie ökonomisch. Frauen waren durch Geburt und Mutterschaft stärker den Lebensrisiken ausgesetzt als Männer - die christliche Religiosität entsprach in besonderer Weise ihrer Lebenswelt: die dem bürgerlichen Frauenbild entsprechenden weiblichen Charaktereigenschaften der Liebesfähigkeit, Hingabe, Demut, Unterordnung und Passivität waren ja gleichzeitig auch die christlichen Ideale!

Die Frau stand immer hinter ihrem Mann, förderte stets ihn und seine Karriere.

Der Bildungsweg für Mädchen selbst war recht kurz. Auch in privilegierten Schichten endete er meist mit 15 oder 16 Jahren mit der „Höhere Töchterschule“. Dabei ging es weiterhin um die Erziehung zur „gefälligen Ehefrau“ und „geschickten und zuverlässigen Hausfrau“. Die einzige Möglichkeit der Weiterbildung war für eine junge Frau das dreijährige Lehrerinnenseminar. Dies qualifizierte sie als Volksschullehrerin. Hatte sie sich für diesen Beruf entschieden, durfte sie nicht heiraten, beziehungsweise musste den Beruf nach der Heirat aufgeben. Ebenso verhielt es sich bei dem „Fräulein“, das als Kindererzieherin oder Gouvernante bei hochgestellten Familien verbleiben konnte. Frauen galten als irrational, emotional und schwach. Für Männer eröffneten sich über Vereine, Politik etc. neue öffentliche Räume - Frauen blieben bis zur Jahrhundertmitte, von einzelnen Ausnahmen aus den gehobenen Schichten abgesehen, auf die Öffentlichkeit von Kirche, Marktplatz und Geselligkeit in den eigenen Wänden angewiesen.

 

Bei strahlendem Sonnenschein galt die letzte Führung in diesem Jahr der „Erinnerung“  an das Leben der Frauen im 19. Jahrhundert. Unsere Geschäftsführerin Frau Halcour führte die Gruppe über den südlichen Teil des Friedhofes.  Heute sind wir stolz auf die Freiheiten, die wir uns erkämpft und erarbeitet haben. Wir müssen niemanden mehr fragen und bitten, ob wir arbeiten gehen, studieren oder heiraten  dürfen…. Das sah im 19. Jahrhundert noch ganz anders aus:  Die häusliche Tugend  war das, was Männer an ihre

An einem herrlichen Sonntag im Herbst 

Dönekes aus der Düsseldorfer Stadtgeschichte

Vorstellung eines Patengrabes

Möglichkeiten der Berufe für Frauen des 19. Jh

Außergewöhnliche Grabsteine bei Adelsdamen

Das große Problem dieser Zeit: Kindersterblichkeit

" Tag des offenen Denkmals "
9. September 2018

25 Jahre  „Tag  des  offenen  Denkmals“

Seit 1993 gibt es in Deutschland den Tag des offenen Denkmals. Er findet bundesweit am 2. Sonntag im September statt.

Auch wir haben Führungen über unser Gartendenkmal  Golzheimer Friedhof angeboten. Leider nur mit mäßigem Erfolg – aber wir hoffen im nächsten Jahr auch im großen Programm des „Denkmalschutzes“  zu erscheinen und damit mehr Interessierte zu erreichen. Für diesen Tag haben wir Besucher angesprochen, auf den Verein aufmerksam gemacht. Anschließend haben sich einige Vorstandsmitglieder dem Patenschaftsgrab des Vereins, des Kunstakademiedirektors Wilhelm von Schadow, zugewandt und die Pflege ausgeführt: Buchsbäumchen beschnitten, Hundekot entfernt, die Grabplatte gefegt und von Laub und Geäst befreit. Schlußendlich machte dieser Teil des Gartendenkmals G.F. einen würdigeren Eindruck und wir waren zufrieden mit dem Verlauf des "Tag des offenen Denkmals".

"Den Toten aus dem Rhein zum Gedenken" - ein Rundgang mit dem Verein TABU SUIZID e.V.
26. Juni 2018

Auf dem 9. Thementag des Vereins "TABU SUIZID e.V." im Sept. 2017 hielt unser Vorsitzender Dr. Dieter Sawalies einen Vortrag über den "nassen Tod" und die Frage, wie in Düsseldorf in der Geschichte mit hier angelandeten Wasserleichen umgegangen wurde. Erweitert war die Frage zuvor an unseren Verein herangetragen worden, was mit den Suizidenten geschah, ob auch sie auf den Friedhöfen bestattet oder vor den Stadtmauern verscharrt wurden. Die Beantwortung dieser Frage gelang durch Recherchen von Frau Dr. Inge Zacher, daß diese nachweisbar im 19. Jahrhundert auf dem Golzheimer Friedhof beigesetzt wurden. Zur weiteren Bearbeitung dieses Themas hat Dr. Sawalies einen Rundgang zusammengestellt, der von der Vorsitzenden des Verein TABU SUIZID, Frau Reichmann-Schmidt und anderen Mitgliderinnen des Vereins begleitet wurde.

In 12 Stationen wurden an verschiedensten Gräbern der Toten aus dem Rhein gedacht, u.a. beim Baden ertrunkenen Kindern und Jugendlichen und Menschen, die sich im Rhein ertränkt haben und auch bekannten Personen, die versucht haben, sich im Rhein das Leben zu nehmen. An diesen Stationen wurden Themen der Hinterbliebenen angesprochen, von Scham und Schuld, von Wut und Trauer und dem Umgang mit solchen Emotionen.

Spezielle Aufmerksamkeit fand das Patenschafts-Grab des Vereins der Familie Vielhaber und den Abschluß bildeten Ideen und Initiative des Vereins für einen Gedenkstein auf dem Feld 9. 

Die Bilanz des Rundganges war, einen solchen zukünftig jedes Jahr im September, am Sonntag vor dem Welt-Suizid-Präventionstag, anzubieten, als einen anderen Zugang zur Arbeit dieser Selbsthilfegruppe und Teil der Öffentlichkeitsarbeit unserer Vereine.

(Fotos: Ursula Struwe und Petra Kellermann)

 

 

Der Versuch, in 12 Stationen alle Fragen um das Thema zu beantworten..

Der Versuch, in 12 Stationen alle Fragen um das Thema zu beantworten..

Der im Gestrüpp verschwundene, weil umgefallene Grabstein des Armen-Arztes Dr. Brewer...

Der im Gestrüpp verschwundene, weil umgefallene Grabstein des Armen-Arztes Dr. Brewer...

Für Viele eine Erleichterung, die schönen neuen Bänke auf dem Friedhof zu "testen"..

Für Viele eine Erleichterung, die schönen neuen Bänke auf dem Friedhof zu "testen"..

Ein über 90 minütiger Rundgang macht müde..

Ein über 90 minütiger Rundgang macht müde..

Den Erzählungen von Clara Viebig ("Die Wacht am Rhein") nach, ist auf diesen Bildern des Malers Ernst Deger der "kleine Wilhelm" abgebildet...

Den Erzählungen von Clara Viebig ("Die Wacht am Rhein") nach, ist auf diesen Bildern des Malers Ernst Deger der "kleine Wilhelm" abgebildet...

Station "Parasuizid": Die Suizidandrohungen der Trina Zillges

Station "Parasuizid": Die Suizidandrohungen der Trina Zillges, am Grab der Hotelier-Familie Breidenbach

Station: der Suizidversuch des Robert Schumann...

Station: der Suizidversuch des Robert Schumann...

Am Grab der Familie Clasen....

Am Grab der Familie Clasen....

Grabmal der Familie Vielhaber, deren 7-jähriger Sohn im Rhein ertrank..

Grabmal der Familie Vielhaber, deren 7-jähriger Sohn im Rhein ertrank..

"Die schöne Wasserleiche" - Mythos und Wirklichkeit

"Die schöne Wasserleiche" - Mythos und Wirklichkeit

Putztag der Paten am Sa., 26. Mai 2018 auf dem Golzheimer Friedhof
27. Mai 2018

Der diesjährige Putztag fand bei strahlendem Wetter in herrlichster Parkatmosphäre statt und wurde zu einem gemeinsamen neuen Erlebnis von engagierten Bürger*innen, Paten, dem Bürger-Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben!" e.V. und den Mitarbeiter*innen des Gartenamtes. Anders als in den Vorjahren war es eigentlich nicht mehr die Jahreszeit für einen Frühjahrsputz und auch die Zahl der Paten war diesmal auf ein Minimum gesunken. Die Einladungen des Gartenamtes waren mit dem Verein auch nicht abgesprochen, gingen zu spät nur von dort raus und es kamen ungewöhnlich viele Einladungen dort wegen nicht aktueller Adress-Daten zurück. Dennoch war es dem Verein erstmals gelungen, durch die letzten Führungen/Rundgänge im Mai d.J. neue Patenschafts-Kandidaten anzusprechen und kurzfristig für diesen Putztag zu gewinnen. Und so wurde es mit den umfangreichen Vorbereitungen des Gartenamtes doch noch ein gelungener Tag, der allen viel Spaß gemacht hat und viel Raum ließ für Gespräche zwischen den Verantwortlichen und mit den einzelnen Paten, die sich "ihr" Grab und die Geschichte des Menschen dahinter anzueignen versuchten.

Da war die Gruppe des Vereins "TABU SUIZID" e.V. mit Frau Petra Kellermann, Frau Reichmann-Schmidt und Herrn Udo Schmidt, die sich das Grab der Familie Vielhaber ausgewählt hatten. Der 17-jährige Sohn Anton war am 12. Juli 1824 "in des Rheines Fluth" ertrunken und hatte "ihn als Blüthe noch vom kräft´gen Baum des Lebens" gerissen. Diesen Text, im von Kriegsschäden schwer beschädigten Grabstein in der Nähe des Feldes 9, wieder sichtbar zu machen, waren die Neu-Paten bemüht und nahmen ihre neue Aufgabe der Patenschaft sehr ernst.

Eine zweite Gruppe waren die 3 Personen von der "Geschichtswerkstatt" mit ihrem neuen Vorsitzenden Dieter Pauly. Sie konnten einer Zuteilung eines Grabes durch unseren Verein für ihren Verein kaum abwarten und hatten sich begleitet von Herrn Tobias Lauterbach vom Gartenamt engagiert ans Werk gemacht und das Patengrab unserer verdienten Mitglieder Frau und Herrn Dr. Dann, das Grabmal  des Medizinalrates Dr. Ebermeier, gereinigt. Dieser Eintragungsfehler in den überholten Patenschaftslisten des Gartenamt konnte durch Herrn Wilhelm Zacher schnell korrigiert werden. Es zeigte sich, daß der langjährige krankheitsbedingte Ausfall von Frau Wiebrock vom Gartenamt, die all die Jahre immer sehr eng mit uns zusammenarbeitete, dieses Patenschaftsprojekt schwer zurückgeworfen hat. Es konnte letztlich ein geeignetes Grab für die Geschichtswerkstatt gefunden werden: das Grab der Familie Clasen/Cantador, den Eltern von Lorenz Clasen, dem Vertreter und Cousin Lorenz Cantadors, den beiden Chefs der revolutionären Bürgerwehr und Maler des Historienbildes der "Germania auf der Wacht am Rhein" (1860). Mit diesem Grab war Dieter Pauly schon auf dem Rundgang von Dr. Dieter Sawalies zu den "Spuren der Düsseldorfer Revolution vom 9. auf den 10. Mai 1849 auf dem Golzheimer Friedhof" begegnet.

Eine ganz andere "Entdeckung" machte Frau Ursula Struwe, die sich für ein Grab eines ganz "normalen Düsseldorfer Bürgers" interessiert hatte. Unser Verein hatte ihr mitgeteilt, daß die Reihengräber des "normalen Volkes" längst verschwunden sind und von den 20 000 Gräbern eben nur noch die wenigen als 350 Grab-Steine erhalten sind, allesamt von Menschen des 19. Jahrhunderts, die damals schon das Geld hatten für so etwas, während der einfach Mensch in den Hungerjahren der Jahre 1820 bis 1850 ums Überleben zu kämpfen hatte. So entschied sie sich für den "Armenarzt" Dr. Brewer, der im 19. Jahrhundert mittelloses Kranke kostenlos ärztlich versorgte und dafür aus der Gemeindekasse besoldet wurde. Dieses Grab aber war "verschwunden" und wurde von Herrn Lauterbach geradezu aus dem Gestrüpp herausgeschnitten und anhand von Unterlagen zu identifizieren versucht. Schon 2016 hatte unser Verein diese Gräber auf einer umfangreichen Liste dem Gartenamt gemeldet und deren Verschwinden angezeigt. Es war aber nichts geschehen. Nun konnte es nicht gefunden werden und Herr Lauterbach bot ein alternatives Grab an, was Frau Struwe aber ablehnte. Sie bestand auf Dr. Brewer und so wurde der Grabstein nach intensiver Suche doch noch identifiziert. Er war in dichtem Unterholz von einem Baum verdrängt umgefallen und lag auf der Frontseite im Boden "versunken". Frau Struwe erhielt das Versprechen, daß dieses Grab im Herbst wiedererrichtet und der Bewuchs so beschnitten wird, daß diese gesamte Gruppe von Grabsteinen allen Besuchern des Friedhofes wieder sichtbar gemacht wird. Patin und unser Verein waren glücklich über diesen Ausgang, was aufzeigt, was an Fürsorge für den Erhalt des Golzheimer Friedhofes möglich ist, wenn Gartenamt, Verein und engagierte Bürger*innen konstriktiv und partnerschaftlich zusammenarbeiten. Die Presse hatte dazu auch ein Foto gemeinschaftlichen Handelns am Grab von David Bornemann, dem Gründer des CVJM geschossen und alle zusammen bedankten sich bei Frau Toerkel für deren wunderbaren Zitronenkuchen, den sie extra für uns gebacken hatte.

Insgesamt also ein sehr erfreulicher sonniger Tag für uns und unsere Aufgabe,  alles zu tun, um dieses Juwel eines Gartendenkmals wieder in das Bewußtsein der Bevölkerung zurückzuholen, damit es nicht allein in einem Hinterhof-Zustand großer Bauten versinkt, sondern " leben soll" ! Und deshalb auch ein "begehbares Denkmal" und implementiert Teil des "Grün-blauen Ringes"  der neuen Kunstmeile sein muß und nicht außen vor bleiben darf.

Der Stand des Gartenamtes und die neuen Paten des Vereins "Der Golzheimer Friedhof soll leben !" e.V.

"Das von Frau Dr. Zacher 2010 ins Leben gerufene Patenschafts-Projekt ist eine freiwillige Übernahme einer einseitige Fürsorgepflicht für ein Grab. Jedem Interessenten wird ein für ihn geeignetes noch freies Grabmal durch den Verein angeboten. Vom Oberbürgermeister erhält er hierüber eine Urkunde und Hinweise auf Regeln der Reinigung. Finanzielle Verpflichtungen sind nicht damit verbunden," erklärte Dr. Dieter Sawalies zu Beginn des Putztages. Im Unterschied zur "PATENSCHAFT" gäbe es die "PARTNERSCHAFT", eine zweiseitige, gleichberechtigte, gemeinsame Fürsorge und Förderung zum Erhalt des Golzheimer Friedhofes zwischen Verein und Gartenamt." 

Frau Doris Toerkel, Amtsleiterin Gartenamt, legt zusammen mit uns selber Hand an

Frau Doris Toerkel, Amtsleiterin Gartenamt, legt zusammen mit uns selber Hand an 

Vom Gartenamt Frau Toerkel, Frau Kowalski und Frau Dipl. Restauratorin Weinsberg mit Dr. Dieter Sawalies bei der Eröffnung

Vom Gartenamt Frau Toerkel, Frau Kowalski und Frau Dipl. Restauratorin Weinsberg mit Dr. Dieter Sawalies bei der Eröffnung

Zusammenarbeit des Vereins "Der Golzheimer Friedhof soll leben !" e.V. und Gartenamt Stadt Düsseldorf

Zusammenarbeit des Vereins "Der Golzheimer Friedhof soll leben !" e.V. und Gartenamt Stadt Düsseldorf

Die neuen Paten ließen sich den Kaffee vom Gartenamt und den selbstgebackenen Zitronenkuchen von Frau Toerkel nach getaner Arbeit schmecken.

Die neuen Paten ließen sich den Kaffee vom Gartenamt und den selbstgebackenen Zitronenkuchen von Frau Toerkel nach getaner Arbeit schmecken.

Die Gruppe des Vereins "TABU SUIZID", mit der am Sa., 23.Juni ein gemeinsamer Rundgang stattfindet: "Den Toten aus dem Rhein zum Gedenken"

Die Gruppe des Vereins "TABU SUIZID" ist neu dabei und interessiert sich für ein Grab eines Toten aus dem Rhein und wird am 23. Juni einen eigenen Rundgang anbieten.. 

Frau Reichmann-Schmidt, Frau Kellermann und Herr Schmidt an Ihrem Patenschaftsgrab der Familie Vielhaber

Man war sich einig, dass das Grabmal des im Rhein ertrunkenen 17-jährigen Sohnes der Familie Vielhaber auf dem nördlichen Feld das auserwählte Grab sei. 

Die Gruppe der Düsseldorfer Geschichtswerkstatt nach der Reinigung des "falschen Grabes" Dr. Ebermeier

Für die Gruppe der Düsseldorfer Geschichtswerkstatt um den neuen Vorsitzenden Dieter Pauly war es eine interessante Begegnung mit verschiedenen Gräbern.

Die Düsseldorfer Geschichtswerkstatt an ihrem "richtigen" Patengrab der Familie Clasen/Cantador

Schließlich fand man das vom Verein für sie vorgeschlagene Grab der Familie Clasen/Cantador als Erinnerungsstätte an die revolutionäre Bürgerwehr. 

Herr Tobias Lauterbach vom Gartenamt und die neue Patin Frau Ursula Struwe auf der Suche nach dem verschwundenen Grab Dr. Brewer

Gemeinsam mit der neuen Patin Frau Ursula Struwe suchten die Herren Lauterbach und Sawalies im Gestrüpp des Feldes 9 auf dem südlichen Teil nach dem Grab des Armenarztes Dr. Brewer.

Dr. Dieter Sawalies suchte nach dem Plan aus dem Buch von Otto Schmitz und fand es letztlich, so wie eingezeichnet.

Das Grab wurde schließlich, von einem Baum umgekippt, mit der Frontseite im Erdreich versunken und von Gestrüpp überwuchert, aufgefunden.  

Angeregte Diskussionen zwischen Neu-Paten und Vorstand Angelika Liedhegener und Mitglied Frau Dr. Vogelsang und Gartenamtsmitarbeiter

Mit unserer Kassiererin im Vorstand Angelika Liedhegener konnten auch Fragen der Neu-Paten zur Mitgliedschaft im Verein und zu Pflichten einer Patenschaft geführt werden.

Mitglied und Pate Thomas Puhl am Patenschaftsgrab Hermann Altgelts

Und auch die Derendorfer Jonges waren wieder vertreten. Unser Vereinsmitglied Thomas Puhl an seinem Patengrab vom Geheimen Regierungsrath und Schulrat Hermann Altgelt, gest. 1871, Militärprediger der königlichen Regierung und Schulleiter der Luisenschule. Wer wohl die Granit-Scheibe an dem Grab anbrachte, die auf Fotos schon im Buch von Otto Schmitz zu sehen ist ? Original war es nicht, vermutlich war dort ursprünglich ein Portrait.

Danke an den Aufruf von "SPENDEZEIT.de" und an Andreas Hagemann !

Die Überraschung des Tages war ein ehrenamtlicher Helfer Andreas Hagemann, der per Internet-Aufruf der Seite "SpendeZeit.de" seine Zeit für das Projekt "Putztag auf dem Golzheimer Friedhof" zur Verfügung stellte und sich spontan für das bemooste Grab der Familie Schnitzler entschied. Wir danken ihm, Julia Hafer und dem Online-Portal für Menschen, die Menschen helfen wollen. Eine lobenswerte Einrichtung für tolle Projekte, schnell und unbürokratisch.

 

Unser Mitglied Frank Westmeier und das Grab des Königl. Portepee Fähnrich im 16. Infanterie Regiment Carl Ferdinand von Garrelts

Unser Vereinsmitglied Herr Westmeyer hatte zu spät nur von Nachbarn vom Putztag erfahren und war direkt zur Tat geschritten, weil er an dem sonnigen Tag doch noch andere Dinge geplant hatte. Danke dennoch für die investierte Zeit an diesem interessanten Soldatengrab von Garrelts!

Pate Thomas Hartmann am Grab des Revolutions-Opfers Friedrich Hartmann

Am Patenschaftsgrab seines Namensvetters Friedrich Hartmann, gefallen als Opfer vom 10. Mai 1849 beim Düsseldorfer Aufstand in der Altstadt, daß vom Verein erst im Jahre 2016 frisch renoviert worden war, beschränkte sich der Pate Thomas Hartmann in diesem Jahr mehr auf gärtnerische Aufgaben und wir verabredeten eine engere Zusammenarbeit im Verein und Teilnahme an den nächsten Rundgängen. 

Unser Mitglied Martina Wagner am Patenschaftsgrab des Jesuiten-Grabmals

Sie war mehr als fleißig und überaus korrekt mit ihrer Betonung, nur zweite Patin zu sein, denn diese Patenschaft teile sie sich mit dem Dominikaner-Konvent St. Joseph. Jedes Jahr zum 2. November an Allerseelen treffe sie sich hier zur Feier mit ihnen und dem Verein am höchsten Grab des Golzheimer Friedhofes, dem gotischen Jesuiten-Monument. Unser Vereinsmitglied Martina Wagner.

Auf Wiedersehen zum Putztag 2019 oder schon vorher auf unseren Rundgängen !

Auf Wiedersehen zum Putztag 2019 oder schon vorher auf unseren Rundgängen !

Danke an das Gartenamt und alle Beteiligten !

Es hat wieder einmal viel Spaß gemacht !

Rundgang „ Spuren der Düsseldorfer Revolution 1848/49 auf dem Golzheimer Friedhof“
10. Mai 2018

Auf den Tag genau vor 169 Jahren wurden auf dem Feld 9 des Golzheimer Friedhofs die 14 Opfer des Düsseldorfer Aufstandes aus der Altstadt, unter Polizeischutz von der Öffentlichkeit abgeschirmt, in Reihengräbern bestattet. Zwei weitere verstarben noch Tage später. 

 

Diesen Opfern zum Gedenken fand dieser Rundgang zum 2. Male statt und wurde durch unseren Vorsitzenden Dr. Dieter Sawalies mit umfangreichem Anschauungsmaterial, Detailkenntnissen und Hintergrundwissen zu den damaligen Ereignissen lebendig vermittelt. Der Rundgang war bewußt in 13 Stationen als „Kreuzweg“ angelegt, begann am Künstleratelierhaus, weil die Gruppe der Düsseldorfer Künstler den größten Anteil an dem revolutionären Geschehen in der Stadt einbrachte. Am Grabe von Maximilian Weyhe wurde erklärt, wer in der damals nur 30 000 Einwohner großen Stadt welchen Einfluß auf das Geschehen ausübte, wie das preußische Königshaus und ihr Akademie-Direktor von Schadow, der Oberbürgermeister von Fuchsius, die wohlhabenden adeligen Familien der Stadt und die anderen Stände sich zu den sozialen Unruhen und Fürsorge für die arbeitenden Klassen und dem Kampf der Bürger um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit positionierten und wie es geschehen konnte, daß ein solches verträumtes Städtchen in der Biedermeierzeit zum "Hauptherd der Anarchie und Unordnung für die Rheinprovinz" und zur Bedrohung des herrschenden preußischen Königshauses, der Monarchie, werden konnte.

 

An den Gräbern der Familien von den bekanntesten Beteiligten wurden der Rolle der damaligen Bürgerwehr (Cantador, Clasen), der revolutionären rheinischen Maler (Hasenclever, Milewski), des Einflusses von Heinrich Heine und Karl Marx, der Bedeutung des Bildes "Arbeiter vor dem Magistrat in Düsseldorf" für die Revolution und "Ein Todtentanz" für die Konterrevolution, des preußischen Militärs in der Stadt, namhafter Führer demokratischer Vereine (Freiligrath, Bloem, Neunzig, Wulff, Lasalle/Gräfin von Hatzfeld), einzelner politischer Kirchenvertreter, den verelendeten namenlosen Menschen und namentlich bekannten Opfern aus der Bevölkerung gedacht. 

 

Dieser jährlich stattfindende Rundgang dient dem Einsatz unseres Vereins für einen angemessenen Gedenkort für die Opfer der Revolution 1848/49, wie er bereits in anderen Städten verwirklicht werden konnte, für Düsseldorf aber noch ein Tabu zu sein scheint, wie wir es jahrzehntelang auch schon mit dem Einsatz für ein Heine-Denkmal kennengelernt hatten.

 

Fotos Ursula Struwe