Chronik des Friedhofs

Über 200 Jahre bewegte Geschichte
1803
In einem Erlass des Kurfürsten Maximilian IV. Joseph von Pfalz-Zweibrücken wird bestimmt, dass die Friedhöfe nicht mehr innerhalb der Gemeinden liegen dürfen, sondern außerhalb der Städte und der dörflichen Siedlungen angelegt werden müssen.
1804
Einrichtung eines kommunalen auswärtigen Friedhofs „An der Golzheimer Insel“, etwa 2 km von der nördlichen Stadtgrenze entfernt.
1805
Eröffnung des Friedhofes.
1816
Erweiterung des Friedhofs auf das Dreifache seiner ursprünglichen Fläche und Gestaltung durch den königlich preußischen Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe.
1819
Umbettung der in der Kreuzherrenkirche bestatteten Toten auf den Golzheimer Friedhof.
1837
Zweite Friedhofserweiterung wegen Platzmangels. Erschließung neuer Grabfelder im Norden und Süden der Anlage.
1850
Errichtung des Hochkreuzes im Zentrum des Friedhofs.
1884
Schließung des Friedhofs für Reihenbegräbnisse.
1897
Schließung des Friedhofs auch für Kaufgräber (Erbbegräbnisse). Die kostenlose Verlegung der Gräber auf den Nordfriedhof wird von der Stadt angeboten.
1902
Der tote Rheinarm an der Golzheimer Insel wird aufgefüllt und das gewonnene Gelände für die Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung genutzt. In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg werden die Großbauten des Regierungspräsidenten und des Oberlandesgerichtes an der Cecilien-Allee errichtet. Sie verstellen den Blick auf den Rhein.
1905
Verlängerung der Klever Straße zum Rhein. Die Straße teilt den Friedhof in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Die im ehemaligen Friedhofszentrum errichteten Monumente, darunter das Hochkreuz, die Kriegsgräber und viele Erbbegräbnisse, werden auf den Nordfriedhof übertragen.
1906
Der neu berufene Gartendirektor Baron Walter von Engelhardt plant die Umwandlung des Friedhofs in einen botanischen Garten und einen Schulgarten. Auf den ehemaligen Grabfeldern werden viele neue Bäume gepflanzt. Der Plan kann nicht konsequent durchgeführt werden, da viele Bürger sich weigern, ihre als Kaufgräber erworbenen Erbbegräbnisse auf den Nordfriedhof zu übertragen.
1907
Ausbau der Fischerstraße unter Aufgabe der dort gelegenen Grabfelder. An der Sittarder Straße Bau des Künstleratelierhauses.
1912
Bau eines Dienstgebäudes für den Gartendirektor und Anlage eines Versuchgartens.
1914
Während des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) werden viele eiserne Kreuze und Gitter abgerissen und als Kriegsmaterial eingeschmolzen.
1939
Die Bomben und Granaten des Zweiten Weltkriegs (1939 – 1945) beschädigen viele Gräber. Die Schäden sind noch heute sichtbar.
1946
Auf dem Friedhof beginnen dringende Aufräumarbeiten.
1952
Der Heimatverein „Düsseldorfer Jonges e.V.“ legt Gedenksteine für zerstörte Grabmale auf den Grabstätten nieder.
1982
Der Golzheimer Friedhof wird nach dem 1980 erlassenen Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt.
1989
Der "Förderverein zur Erhaltung des alten Friedhofs Golzheim e.V." wird gegründet. In den Folgejahren werden einige Grabmale mit Mitteln des Vereins restauriert.
2002
Das Gartenamt erstellt ein Parkpflegewerk, das die Erhaltung der Parkstrukturen und Nachpflanzungen vorsieht.
2007
Die Bürgerinitiative "Rettet den Golzheimer Friedhof" wendet sich gegen Baupläne der VICTORIA-Versicherung für ein Bürogebäude in unmittelbarer Nähe des südlichen Friedhofteils an der Fischerstraße. Der durch diese Bürgerinitiative erzwungene Bürgerentscheid in ganz Düsseldorf erreichte damals allerdings, wegen eines undemokratischen Quorums, nicht die erforderliche Mehrheit gegen die Bebauung. Zeitgleich wird der Verein "Rettet den Golzheimer Friedhof e.V." gegründet. Die Versicherung und die Stadt Düsseldorf gründen die Stiftung "Park-und Kulturdenkmal Friedhof Golzheim" mit einer Einlage von 1 Millionen Euro. Die Kapitalerträge sollen zur Restaurierung von Grabmalen eingesetzt werden.
2010
Auf Anregung des Vereins "Rettet den Golzheimer Friedhof e.V." werden vom Gartenamt der Stadt Düsseldorf Patenschaften für Grabmale vergeben.
2011
Die beiden Fördervereine schließen sich unter dem Namen "Der Golzheimer Friedhof soll leben e.V." zusammen.
2014
Am 9. Juni 2014 verurachte der Sturm "ELA" mit Böen von 142,2 km/h schwere Schäden. 25 % des Baumbestandes auf dem Golzheimer Friedhof waren durch den Sturm betroffen, 19 Altbäume (z.Tl. noch aus der Zeit des Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe, 1775-1846) wurden zerstört, etwa 33 wurden stark beschädigt, 63 Bäume konnten aufgrund von baumpflegerischen Maßnahmen erhalten werden.. Außerdem wurden einige der historischen Grabmale beschädigt.
2016
Auf Antrag des Vereins "Der Golzheimer Friedhof soll leben e.V." beschließt die Bezirksvertretung 1 mit Zustimmung aller vertretenen Parteien am 9. Sept. 2016 die Errichtung eines "Gedenkortes für die Opfer der Düsseldorfer Revolution 1848/49".
2017
Der Verein erarbeitet zusammen mit dem jungen Künstler und ehemaligen Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie, Ramon Gräfenstein, ein Modell "MEMBRAN" für einen solchen Gedenkort auf Feld 9 (an der Robert-Schumann-Musikhochschule) und stellt dieses der Öffentlichkeit vor. Verschiedene Vereine und Organisationen, wie z.B. die Düsseldorfer Jonges unterstützen dieses Projekt ideell. Die Konkretisierung und Finanzierung dieses Projektes konnte bisher noch nicht gesichert werden.
2020
Der Verein errichtet zusammen mit dem Verein Tabu Suizid e.V. einen Gedenkort für die am Rhein angelandeten Toten, die hier begraben wurden, und für den im Knabenalter ertrunkenen "Kleinen Wilhelm", der hier beerdigt liegt ( "...und daran bin ich schuld.", Heinrich Heine, "Erinnerungen" 1851). Der Verein Tabu Suizid erstellt damit den ersten Gedenkstein in Deutschland für Opfer von Suizid. Der Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben" e.V. schafft mit dem Gedenkstein für den "Kleinen Wilhelm" einen weiteren Erinnerungsort für Heinrich Heine in Düsseldorf und stellt die Verbindung zwischen dem großen Sohn der Stadt und dem Golzheimer Friedhof her. Zur Finanzierung dieses Projektes wurde mit einer Spendensammlung in der Stadtgesellschaft begonnen und ein Imagefilm für die diesjährige Ehrenamtsmesse erarbeitet, wo wir um Unterstützung aus der Stadtgesellschaft aufrufen.
Grabstein

Gedenkstein für die Umbettung der Gebeine aus dem Totenkeller der Kreuzherrenkirche.

Schwere Beschädigung eines Grabmals durch Kriegseinwirkung.

Baumwurzeln destabilisieren viele Grabmale.