Bildberichte des Vereins 2018

Rundgang „ Spuren der Düsseldorfer Revolution 1848/49 auf dem Golzheimer Friedhof“
10. Mai 2018

Auf den Tag genau vor 169 Jahren wurden auf dem Feld 9 des Golzheimer Friedhofs die 14 Opfer des Düsseldorfer Aufstandes aus der Altstadt, unter Polizeischutz von der Öffentlichkeit abgeschirmt, in Reihengräbern bestattet. Zwei weitere verstarben noch Tage später. 

 

Diesen Opfern zum Gedenken fand dieser Rundgang zum 2. Male statt und wurde durch unseren Vorsitzenden Dr. Dieter Sawalies mit umfangreichem Anschauungsmaterial, Detailkenntnissen und Hintergrundwissen zu den damaligen Ereignissen lebendig vermittelt. Der Rundgang war bewußt in 13 Stationen als „Kreuzweg“ angelegt, begann am Künstleratelierhaus, weil die Gruppe der Düsseldorfer Künstler den größten Anteil an dem revolutionären Geschehen in der Stadt einbrachte. Am Grabe von Maximilian Weyhe wurde erklärt, wer in der damals nur 30 000 Einwohner großen Stadt welchen Einfluß auf das Geschehen ausübte, wie das preußische Königshaus und ihr Akademie-Direktor von Schadow, der Oberbürgermeister von Fuchsius, die wohlhabenden adeligen Familien der Stadt und die anderen Stände sich zu den sozialen Unruhen und Fürsorge für die arbeitenden Klassen und dem Kampf der Bürger um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit positionierten und wie es geschehen konnte, daß ein solches verträumtes Städtchen in der Biedermeierzeit zum "Hauptherd der Anarchie und Unordnung für die Rheinprovinz" und zur Bedrohung des herrschenden preußischen Königshauses, der Monarchie, werden konnte.

 

An den Gräbern der Familien von den bekanntesten Beteiligten wurden der Rolle der damaligen Bürgerwehr (Cantador, Clasen), der revolutionären rheinischen Maler (Hasenclever, Milewski), des Einflusses von Heinrich Heine und Karl Marx, der Bedeutung des Bildes "Arbeiter vor dem Magistrat in Düsseldorf" für die Revolution und "Ein Todtentanz" für die Konterrevolution, des preußischen Militärs in der Stadt, namhafter Führer demokratischer Vereine (Freiligrath, Bloem, Neunzig, Wulff, Lasalle/Gräfin von Hatzfeld), einzelner politischer Kirchenvertreter, den verelendeten namenlosen Menschen und namentlich bekannten Opfern aus der Bevölkerung gedacht. 

 

Dieser jährlich stattfindende Rundgang dient dem Einsatz unseres Vereins für einen angemessenen Gedenkort für die Opfer der Revolution 1848/49, wie er bereits in anderen Städten verwirklicht werden konnte, für Düsseldorf aber noch ein Tabu zu sein scheint, wie wir es jahrzehntelang auch schon mit dem Einsatz für ein Heine-Denkmal kennengelernt hatten.