Bildberichte des Vereins
Rundgang über den südlichen und nördlichen Friedhofsteil
1.Januar 2017
Trotz des usseligen Wetters fand sich eine kleine Gruppe von 7 wackeren Teilnehmer*innen mit dem Referenten Dr. Rudolf Liesenfeld am üblichen Treffort des Künstleratelierhauses ein. Es war ermutigend zu erfahren, daß unsere Jahresprogramme, an den Schaukästen in Plastikbehältern vor Regen geschützt, von interessierten Bürger*innen entnommen, gelesen werden und diese dann selbst an solchen Regentagen unserer Einladung folgen.
Dr. Liesenfeld begann die Führung am bekanntesten Grab des Golzheimer Friedhofs, dem von Maximilian Friedrich Weyhe. Das Grab dieses deutschen Gartenarchitekten des Klassizismus, wurde nicht von seiner Familie dort angelegt, sondern von den Mitbürgern der Stadt in Dankbarkeit errichtet und 2008 vom Verein "Der Golzheimer Friedhof soll leben!" zusammen mit den Derendorfer Jonges restauriert. Es war Weyhes Verdienst die Umgestaltung der früheren Stadtbefestigung Düsseldorfs zu einem von ihm entwickelten System von Parks, Promenaden und Grünanlagen ab 1800 begonnen zu haben, die bis zum heutigen Tag in Düsseldorf zu erkennen ist. Von hier aus kann mit dem Blick über den Friedhof dessen Gesamtanlage, seine Geschichte und die jüngsten Veränderungen erklärt werden.
Diese Ecke des Friedhofs hat so viele noch gut erhaltene Gräber von bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt aufzubieten, daß es allein hier einen ganzen Rundgang füllen würde. Dr. Liesenfeld begeisterte durch seine detailreichen Kenntnisse über Gräber von "Vorzeigeberühmtheiten" dieser Stadt. So erzählen diese Gräber Geschichten. Nicht nur über die Persönlichkeiten, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, sondern auch über die Zeit, in der sie lebten und über die Entwicklung unserer Stadt Düsseldorf. Der Golzheimer Friedhof als ein Stück Erinnerungskultur. Am Hohmann-Grab, über dessen Veranstaltungen auf der späteren Schadowstraße und wie er damit zum Vorläufer der Düsseldorfer Messe wurde. Oder am Grab der Marie Bender, der "Bender´s Marie", die ihr Haus an einen Herren Kürten verkaufte, den man den "Uerige" nannte, einer noch heute über Düsseldorf hinaus bekannten Institution in der Altstadt.
Viele dieser kleinen Geschichten über Düsseldorf und seine Bürger*innen gilt es zu erhalten und weiterzugeben. Und so ist es schade, daß es kein "goldener Oktober"-Tag mit großer Beteiligung wurde. Die Geschichten waren es wert gehört zu werden. Allen, die unter unseren Regenschirmen nicht dabei waren, haben etwas verpaßt.